The Opera Platform – 6-Monats-Rückblick

Die Opera Platform ist seit 6 Monaten online. Während es noch zu früh ist, um definitive Schlüsse zu ziehen, sind wir bei Opera Europa davon überzeugt, dass die erste Phase unseres europäischen Streaming-Projekts ein Erfolg war. Die Zuschauerzahlen alleine – eine halbe Millionen Besucher – sind extrem ermutigend.

Lust auf Live-Streams und ein nachhaltiges Interesse an Wiederholungsangeboten.

Während der ersten sechs Monate hat The Opera Platform neun Opern (s. untenstehende Liste) gezeigt. Diese waren Produktionen der Partnertheater, die in sechs Sprachen untertitelt  wurden (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Polnisch). Eine neue Produktion wird pro Monat auf The Opera Platofrm gestreamt und ist dann für sechs Monate als Video-on-Demand Angebot verfügbar. Diese Produktionen bilden das Herz unserer europäischen Opernsaison.

Das sind die neun Opernproduktionen der ersten sechs Monate:

La traviata    Teatro Real, Madrid
Król Roger    Royal Opera House, London
Kullervo     Finnish National Opera, Helsinki
Valentina    Latvian National Opera, Riga
Götterdämmerung     Wiener Staatsoper, Vienna
Alcina     Festival d’Aix-en-Provence
La bohème     Den Norske Opera and Ballet, Oslo
Powder her Face    La Monnaie/De Munt, Brussels
Aida    Teatro Regio Torino

Es scheint eine echte Lust des Publikums zu geben, Live-Streams zu schauen. Grafik 1 zeigt die Anzahl der monatlichen Zuschauer für unsere ersten 7 Produktionen. Das allgemeine Muster zeigt, dass die Zuschauerzahlen im Moment des Live-Streamings am höchsten sind (vergleiche: Spitzen am Streaming-Tag) und dass es ein nachhaltiges Interesse an diesen Produktionen in den folgenden Monaten gib (vergleiche: nachhaltiger Nachfrage für Video-On-Demand-Replay)


Graphik 1: Videoaufrufe pro Monat zwischen Mai und Oktober 2015 für jede Oper

Es ist ein Zeugnis der andauernden Popularität von La traviata und der großartigen Produktion von David McVicar aus dem Teatro Real in Madrid im Mai, und vom Einfluss der Medienkampagne, dass diese Produktion 97.000 Mal im ersten Monat gesehen wurde und seitdem fast nochmal so häufig. Es sind während der sechs Monate 188.000 Zuschauer für den Stream von La traviata auf The Opera Platform gewesen.

Oper live, Oper im Kontext

Von diesen hohen Zuschauerzahlen für die neun Produktionen, schließen wir, dass die Zuschauer verstanden haben, das The Opera Platform eine einmalige Opernsaison für sie beherbergt. Während es die Hauptattraktion unseres Angebotes ist, Oper online verfügbar zu machen, scheinen die Zuschauer aber auch verstanden zu haben, dass die Seite auch ein Ort ist, um mehr über den Kontext der Produktionen herauszufinden.

Neben den neun Produktionen, zeigt The Opera Platform auch noch 100 weitere Videos, die die Produktionen in einen Kontext setzen: Trailer, musikalische Erklärungen, Interviews, Image-Filme der Compagnien und Eindrücke hinter den Kulissen. So wie die Inhalte wachsen, wird es auch eine Herausforderung sein, die Nutzer an dieses Material heran zu führen. Unsere Video-„Kollektionen“ (thematische Gruppierung von verwandtem Material) werden dabei ein Schlüssel-Wegweiser sein, um die Zuschauer zu den unterschiedlichen Materialien auf der Plattform zu führen.


Graphik 2: Videoaufrufe nach Typ: Gesammte Opern und Kontext-Videos

Weil wir fortwährend daran arbeiten eine redaktionelle Linie zu verbessern, erwarten wir wachsenden Zuschauerzahlen für das zusätzliche „Bonus“-Material. Graphik 2 zeigt auch die Wirkung, die die Veröffentlichungskampagne hatte: ein kleiner Einbruch im August, als kein Live-Stream angeboten wurde und ein erheblicher Zuschaueranstieg in den Monaten September und Oktober.

Weltweite Zuschauer für europäische Oper

Während der letzten sechs Monate, waren 79% der Zuschauer von The Opera Platform aus Europa, 21% kamen aus dem Rest der Welt. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien sind entsprechend die europäischen Länder mit der größten Aufmerksamkeit für die Plattform. In einigen unterschiedlichen Monaten stellen Zuschauer aus Nordamerika mehr als 10% der Zuschauer (vgl. Grafik 3).

 


Graphik 3: Geographische Herkunft der Besucher: Europa und Rest der Welt

Kommunikation – Online funktioniert am besten

Wesentliche Berichterstattung zur Veröffentlichung (inklusive The Guardian, Großbritannien, The New York Times und Features im landesweiten Fernsehen in Finnland) haben The Opera Platform eine große Publicity gleich zu Anfang beschert. Unser Medienpartner ARTE trug dazu bei, indem er gegenseitige Promotion zwischen ARTE Concert und The Opera Platform anwendete, umso die Zuschauer zu ermuntern, beide Plattformen zu erkunden.

Opera Europa hat parallel dazu eine Kampagne in der Opernfachpresse geführt. Unsere wöchentlichen E-Mailings erreichen 5000 Abonnenten mit einer beeindruckenden Click-Rate von 70%. Facebook ist nach unserer Analyse der Top 10 der Besucherquellen, das wichtigste Social-Media-Tool, um Verkehr auf die Seite zu lenken. Insgesamt ist die Plattform abhängig von den Bemühungen der Projektpartner, die hart daran gearbeitet haben die Saison an die Zuschauer zu kommunizieren... manchmal auf ziemlich originelle Art und Weise.

Engagierte Mitwirkende, die lernen

Das Engagement der beitragenden Operncompagnien ist auch ein Schlüsselfaktor beim Erfolg der Plattform bis heute, nicht nur was die Kommunikation betrifft. Einige der Partner haben erhebliche Ausdauer gezeigt, um ihren allerersten Live-Stream zu realisieren. In den letzten zwei Monaten haben etwa das Teatro Regio, Turin, und die Polnische Nationaloper, zum ersten Mal überhaupt einen Opern-Live-Stream durchgeführt. The Opera Platform beschäftigt sich mit dem Thema Personalentwicklung und wir sollten, auch schon nach nur sechs Monaten, das Engagement der Partner feiern, wenn es darum ging komplizierte Verhandlungen erfolgreich zu führen, um das Streaming von Produktionen zu Gunsten eines weltweiten Publikums zu ermöglichen. Sie können untenstehend mehr zum Rechte-Manifest von The Opera Platform lesen.

Ein letztes Wort der Anerkennung an die anderen Opera Europa Mitglieder, die Inhalte zur Plattform beigetragen haben. Sicherlich wird es in der Zukunft ein wichtiger Indikator für den Erfolg des Projektes sein, dass mehr Häuser Inhalte beitragen werden und somit auch einen größeren Zuschauerkreis ansprechen.

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