Glossar

Kleines Lexikon der Oper

 

Alt: dunkle Frauenstimme, edel und pathetisch, selten in der Oper. Es wird oft für Rollen von älteren Frauen, Mädchen, Mütter, Großmütter oder Hexen eingesetzt. „Alto“ ist zudem ein Wort, das eine Stimmenlage beschreibt. Es sollte nicht mit „alto“ verwechselt werden, der sich auf einen Teil in der Chormusik bezieht und nicht notwendigerweise durch Altstimmen gesungen wird.

Aria: Eine vokale oder instrumentale Melodie, mit oder ohne Begleitung gesungen. Sie stellt den Moment dar und erlaubt dem Charakter, während die Handlung stoppt, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Die Aria wird vor allem in der Oper eingesetzt und bringt die Stimme des Solisten zur Geltung.

Ballad Oper: Eine Form der Oper, die gesprochene Dialoge, Volkstänze und Volkslieder kombiniert, und dabei Melodien ältere Balladen verwendet. Ein typisches Beispiel dieser Art, die vor allem im 18. Jahrhundert in England geschätzt wurde, ist The Beggar's Opera von John Gay (1728). Das deutsche Äquivalent der Ballad Oper ist das Singspiel.

Barock: Epoche der Musikgeschichte, die algemein den Zeitraum von Monteverdi (1600) bis zu Bach (1750) bezeichnet. Die Barock-Opern charakterisieren sich durch fantasievollen Handlungen und freie Stimmverzierungen.

Bariton: Mitteltiefe männliche Stimme, die im 18. Jahrhundert vielfältig in Opern eingesetzt wurde. Im 19 Jahrhundert wurden diese Stimmen vor allem für bösartige Rollen besetzt.

Bass: Die tiefste der männlichen Stimme. Der Bass wurde für Rollen von weisen Männern reifen Alters eingesetzt, manchmal auch in komischen Rollen.

Belcanto: Bedeutet auf Italienisch wortwörtlich ‚’schöner Gesang’. Der Belcanto ist ein reichlich ausgeschmückter Singstil, der eine große Stimmvirtuosität und eine einwandfreie Technik seitens der Interpreten erfordert. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts aufgekommen, ist er bis zum Ende 19. Jahrhunderts populär geblieben.

Countertenor (oder männlicher Sopran oder Alt): Männliche Stimme, die die Technik der Falsettstimme einsetzten. Der Countertenor hatte seine Glanzzeit während der Renaissance- und der Barock-Epoche. Dann verschwand sein Besetzung praktisch gänzlich, bis zur Wiederentdeckung dieser Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Stimme ist nicht mit der „Haute-Contre“ zu verwechseln, die eine sehr hohe Tenorstimme ist.

Finale: In der Oper bezeichnet dies den letzten Teil eines Aufzuges oder einer ganzen Oper. Es wird entweder durch alle Hauptdarsteller oder durch alle Charaktere, zusammen vereint, auf der Bühne gesungen.

Kastrat: Sänger mit einer sehr hohen Stimme, die durch die Kastrierung vor der Pubertät entsteht. Die Kastraten behielten ihre kindliche Stimme, nutzten aber die Lautstärke, die durch die Kapazität eines ausgewachsenen Brustkorbes entstand. Ihre Virtuosität, der unvergleichliche Umfang und die Kraft ihrer Stimme waren in der italienischen Oper der 17. und 18. Jahrhunderte sehr populär. Der Einsatz von Kastraten in der Oper ist auf das Verbot zurückzuführen, das Frauen eine zeitlang öffentlich Auftritte verbot. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Kastration verboten, was zum Aussterben der letzten Kastraten, Anfang des folgenden Jahrhunderts, führte. Ihre Rollen werden heute durch Countertenöre oder Mezzosoprane gesungen.

Klassik: Periode von 1750 bis 1830, die zwischen den Zeitaltern des Barocks und der Romantik liegt (ungefähr von Mozarts Geburt bis zum Tode Beethovens). Die Opern dieses Zeitalters vereinigten Text und Musik wieder und sind somit raffinierter als barocke Werke.

Koloratur: Sehr ausgearbeitete Melodie, wie die Aria der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte (1791), die typisch für den italienische Belcanto sind. Der Begriff bezeichnet auch die Interpret von Koloraturarien selbst, die früheren Kastraten oder heutzutage Soprane und weibliche oder männliche Mezzosoprane.

Musical: Von der Operette abgeleitetet Theaterstück. Es umfasst Musik, Melodien und Tanz.

Leitmotiv: Musikalisches Thema (Melodie, Akkord, Rhythmus), das mit einer Rolle, einer Idee, einer Geisteshaltung oder Ort assoziiert wird. Wagner hat es in all seinen großen musikalischen Dramen eingesetzt nicht nur, um an ein Thema zu erinnern, sondern auch, um zu zeigen, wie es sich im Laufe der Handlung ändert.

Libretto: Text einer Oper, „kleines Buch“ im Italienischen. Es wird meistens von Autoren oder Dichtern (in diesem Falle Librettisten genannt), manchmal auch vom Komponisten selbst, verfasst.

Mezzosopran: weibliche Stimme mittlere Höhe. Durch die tiefere und wärmere Stimmefärbung als der Sopran, spielt der Mezzosopran gewöhnlich sekundäre Rollen: reifer Frauen, Ammen, Verräterinnen, Hexen, Verführerinnen oder sogar junge Männer.

Oper: Dramatisches, in Musik umgesetztes und gesungenes Werk. In Italien liegt de Focus mehr auf dem Einsatz von Stimmen, in Deutschland auf der Theatralik und in Frankreich sind Werke visueller. Die Oper kann in zwei große Strömungen unterteilt werden: die Opera Seria (Ernsthaft), die der Tragödie gleicht, und auf mythologischen oder historischen Themen basiert ist; und die Opera Buffa, angelehnt an der Komödie, mit Charakteren aus dem Alltag.

Opéra Comique: französisches musikalisches Werk, das gesprochene Dialoge beinhaltet, ähnlich dem deutschen Singspiel oder der englischen Ballad Oper. Trotz seines Namens können die Themen der Opéras Comiques, wie Bizets Carmen (1875), auch ernst sein.

Operette: „kleine Oper“ leichten Charakters, die Operette alterniert gesprochene Dialoge, Gesang und Tanz. Sehr populär wurde sie am Ende des 19. und Anfangs des 20.Jahrhunderts in Paris und Wien, sie unterscheidet sich von der komischen Oper durch die Wahl immer fröhlicher Themen. Als Beispiele nennen wir Orphée aux Enfers von Jacques Offenbach (1858), Die Fledermaus von Johann Strauss (1874) und Die lustige Witwe von Franz Lehár (1905).

Ouvertüre: Musikalisches Stück, mit dem die Oper beginnt und das oft die Hauptthemen präsentiert.

Prima Donna: die „erste Frau“ bezeichnet die Sängerin, die die wichtigsten Rollen in der Oper singt. Der Begriff erschien im 19. Jahrhundert, nach dem das Verschwinden der Kastraten („primo uomo“), ihnen zu einer Popularität ohne Gleichens verhalf. Synonym von „Diva“ („Göttin“ im Italienischen).

Rezitative: Sätze, die frei auf einem Ton gesungen werden, der näher der Deklamation als dem Gesang ist. In einer Oper dient das Rezitativ oft dazu die Geschehnisse zu erzählen und die Handlung voran zu treiben, während die Arie (oder Aria), den Nachdruck auf die Emotionen legt.

Romantik: von 1830 bis zum Beginn des 20. Jahrhundert folgt sie auf die Klassik, Im 19. Jahrhundert erblüht sie insbesondere in den Opern von Verdi, Tschaikowski und Wagner. In der Romantik wurde die Strenge der Klassik durch mehr Ausdrucksfreiheit und Emotionalität ersetzt.

Singspiel: gesprochenes und gesungenes, deutsches Stück zu leichten oder komischen Themen. Es ist der französischen Opéra Comique oder der englischen Ballad Opera ähnlich. Die Entführung aus dem Serail (1782), von Mozart ist ein traditionelles Wiener Singspiel, während Die Zauberflöte (1791), Elemente der Opera Seria aufweist.

Synopse: Geschichte einer Oper

Sopran: höchste weibliche Stimme, mit den größten Rollen des Repertoires, tragischer oder mythischer Heldinnen, aber auch Mägden, treuherziger und sympathischer Persönlichkeiten.

Tenor: höchste männliche Stimme, die mit der Bruststimme gesungen wird, und am häufigste in der Oper auftritt. Die Rollen des Tenors verläuft parallel zu der des Soprans: sie sind oft die Helden oder die Liebhaber, können aber manchmal auch bösartige Rollen spielen.

Tessitur: „tessitura“ auf Italienisch, bezeichnet den Umfang der Noten, die ein Sänger ohne extreme Anspannungen leicht erreichen kann, Das Ambitus, dagegen bezeichnet den gesamten Stimmumfang, von der tatsächlich höchsten bis zur niedrigsten Note.