KÜNSTLERISCHE FREIHEIT IN GEFAHR: MILO RAU RUFT EU-KOMMISSAR MICALLEF ZUM HANDELN AUF
Heute hat Milo Rau – Künstlerischer Leiter der Wiener Festwochen (Vienna Festival) und Vertreter von RESISTANCE NOW TOGETHER – im Rahmen des Round Tables der European Festivals Association (EFA) mit Glenn Micallef, dem EU-Kommissar für generationengerechte Politik, Jugend, Kultur und Sport, die Europäische Kommission nachdrücklich dazu aufgefordert, einen Europäischen Akt zur Kunstfreiheit (European Artistic Freedom Act – EAFA) ernsthaft in Betracht zu ziehen, um die künstlerische Freiheit und die institutionelle Autonomie im Kulturbereich zu schützen.
Milo Rau nutzte die Gelegenheit, sich bei einer von der European Festivals Association am 3. Februar in Brüssel organisierten Gesprächsrunde direkt an den Kommissar zu wenden, und erklärte: „Die künstlerische Freiheit und die institutionelle Autonomie im Kulturbereich sind bedroht. Wir fordern die EU auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen.“
RESISTANCE NOW TOGETHER – eine Koalition aus Kultureinrichtungen, Rechtsexpert:innen, Netzwerken und Aktivist:innen – arbeitet derzeit an der Ausarbeitung eines Vorschlags für diesen Akt, der im Frühjahr 2026 vorgestellt werden soll. Dies ist eine direkte Folge des im November 2024 veröffentlichten offenen Briefes, der die EU zu konkreten Maßnahmen zum Schutz der künstlerischen Freiheit aufrief und unmittelbar 200 Kultureinrichtungen aus 40 Ländern mobilisierte sowie 100 Millionen Menschen erreichte.
Was der EAFA bewirken würde
Der EAFA würde die künstlerische Freiheit von einem bloßen Prinzip in ein praktisches, einklagbares Recht überführen und ein Umfeld sichern, in dem Künstler*innen und Kultureinrichtungen ohne Angst vor Zensur oder Repression arbeiten und aktiv zu einem demokratischen, vielfältigen und resilienten Europa beitragen können. In einer Zeit zunehmender Polarisierung, Desinformation und der schleichenden Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Raums muss Europa entschlossen handeln, um seine Grundwerte zu verteidigen. Wie Milo Rau in seiner Rede betonte: „Kultur ist keine Angelegenheit einzelner Länder. Kultur steht im Zentrum unserer demokratischen Werte und ist von zentraler Bedeutung für die Zivilgesellschaft.“
Zentrale Ziele des EAFA
- Gewährleistung der Rechte von Künstler*innen und Kultureinrichtungen, Werke frei von Zensur, Diskriminierung oder politischer Einflussnahme zu schaffen, aufzuführen, auszustellen und zu verbreiten.
- Sicherstellung des Zugangs für Bürgerinnen und Einwohnerinnen zu vielfältigen und unabhängigen künstlerischen Inhalten.
- Schutz der institutionellen Unabhängigkeit öffentlicher Kultureinrichtungen vor politischer Kontrolle.
- Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit sowie fairer Rahmenbedingungen für kulturelle
Lesen Sie das Mission Statement: Why Europe Needs a European Artistic Freedom Act.

